Amazon Business Gebühren ab 1. August 2026: Was Seller jetzt prüfen sollten


Amazon passt zum 1. August 2026 die Gebührenlogik für bestimmte Amazon Business-Bestellungen in Europa an. Für Seller, die grenzüberschreitend verkaufen, kann diese Änderung direkte Auswirkungen auf die Höhe der prozentualen Verkaufsgebühren haben.
Besonders relevant ist die Anpassung für Händler, die über Amazon Business innerhalb der EU verkaufen und bei denen Bestellungen mit Rechnung durch Amazon abgewickelt werden. Die Änderung betrifft nicht automatisch jede Bestellung, kann aber bei hohem Bestellvolumen spürbar werden.
Was ändert Amazon bei bestimmten Amazon Business-Bestellungen?
Amazon aktualisiert den Amazon Services Europe Business Solutions Vertrag und standardisiert die Berechnung der prozentualen Verkaufsgebühren für bestimmte Amazon Business-Bestellungen.
Konkret geht es um Bestellungen, bei denen eine Rechnung durch Amazon erstellt wird und Amazon Business EU S.à r.l. als Käufer auftritt. Bisher konnte es bei EU-weiten Verkäufen zu unterschiedlichen Gebührenbeträgen kommen, wenn im Zielland ein anderer Umsatzsteuersatz galt.
Ab dem 1. August 2026 wird die prozentuale Verkaufsgebühr für diese betroffenen Bestellungen nicht mehr auf Basis des tatsächlichen Verkaufserlöses berechnet, sondern auf Grundlage der sogenannten Gebührenbasis.
Warum kann sich die Verkaufsgebühr dadurch verändern?
Bei grenzüberschreitenden Verkäufen innerhalb der EU können unterschiedliche Umsatzsteuersätze dazu führen, dass sich der relevante Netto- oder Gebührenwert verändert. Wenn ein Artikel beispielsweise auf Amazon.de für 119 Euro angeboten wird, kann die Gebührenberechnung anders ausfallen, sobald die Bestellung in ein anderes EU-Land geht und dort ein anderer Umsatzsteuersatz gilt.
Für Seller bedeutet das: Die gleiche Verkaufspreislogik kann je nach Zielland und Amazon-Business-Konstellation zu leicht unterschiedlichen Gebühreneffekten führen.
In manchen Fällen kann die prozentuale Verkaufsgebühr sinken. In anderen Fällen kann sie leicht steigen. Entscheidend ist, welche Bestellungen tatsächlich unter die neue Berechnungslogik fallen.
Welche Seller sind besonders betroffen?
Die Änderung ist vor allem für Seller relevant, die regelmäßig grenzüberschreitende Amazon Business-Bestellungen innerhalb Europas erhalten. Besonders prüfen sollten Händler:
• mit relevantem Amazon Business-Anteil am Gesamtumsatz,
• mit Verkäufen in mehrere EU-Länder,
• mit Produkten, die in Märkten mit unterschiedlichen Umsatzsteuersätzen verkauft werden,
• mit hohem Bestellvolumen und niedrigen Margen,
• mit Sortimentsanalysen auf ASIN-Ebene.
Je größer das Bestellvolumen, desto wichtiger wird eine saubere Gebührenanalyse. Kleine Unterschiede pro Bestellung können sich über viele Transaktionen hinweg deutlich auf Marge und Profitabilität auswirken.
Gilt die neue Gebührenlogik für alle Amazon-Bestellungen?
Nein. Die Änderung gilt nicht pauschal für alle Orders. Sie betrifft vor allem bestimmte grenzüberschreitende Amazon Business-Bestellungen mit Rechnung durch Amazon.
Nicht jede Business-Bestellung, nicht jede Marketplace-Order und nicht jeder Verkauf über Amazon.de ist automatisch betroffen. Ausgenommen sind unter anderem Bestellungen an andere Amazon-Unternehmen sowie bestimmte Aktionsangebote wie Blitzangebote.
Seller sollten deshalb nicht nur auf Kontoebene prüfen, sondern ihre Transaktionen differenziert auswerten: Welche Bestellungen stammen aus Amazon Business? Welche Länder sind beteiligt? Welche Gebühren wurden bisher berechnet? Welche ASINs machen den größten Anteil aus?
Was sollten Seller jetzt konkret prüfen?
Für eine belastbare Einschätzung reicht ein allgemeiner Blick auf die Gebührenabrechnung meist nicht aus. Sinnvoll ist eine strukturierte Analyse der betroffenen Bestellungen.
Wichtige Prüfpunkte sind:
1. Amazon Business-Anteil identifizieren
Wie hoch ist der Anteil von Amazon Business-Bestellungen am Gesamtumsatz?
2. Grenzüberschreitende EU-Bestellungen auswerten
Welche Bestellungen gehen in andere EU-Länder und welche Umsatzsteuersätze spielen dort eine Rolle?
3. Gebühren auf ASIN-Ebene analysieren
Welche Produkte sind besonders relevant, weil sie hohe Stückzahlen, geringe Margen oder hohe Verkaufspreise haben?
4. Auswirkungen auf Marge und Pricing bewerten
Müssen Preislogik, Angebotsstrategie oder Profitabilitätsberechnungen angepasst werden?
5. Reporting und Controlling vorbereiten
Ab August 2026 sollten Seller die tatsächlichen Gebührenentwicklungen eng überwachen.
Warum ist das für Marken, Seller und Vendor-nahe Teams wichtig?
Gebührenänderungen wirken oft klein, können aber in der Praxis große Bedeutung haben. Besonders bei internationalen Sortimentsstrukturen, B2B-Bestellungen und vielen wiederkehrenden Transaktionen kann eine veränderte Gebührenbasis die Kalkulation beeinflussen.
Für Marken und Seller geht es deshalb nicht nur um einzelne Gebührenbeträge, sondern um operative Steuerung: Pricing, Marge, Länderstrategie, B2B-Potenzial und interne Profitabilitätsanalysen müssen zusammen betrachtet werden.
Eine erfahrene Amazon Agentur kann dabei unterstützen, Gebührenstrukturen, Marktplatzdaten und Sortimentslogik gemeinsam zu bewerten. Wichtig ist dabei eine nüchterne Analyse statt pauschaler Annahmen: Nicht jede Änderung ist negativ, aber jede relevante Änderung sollte messbar gemacht werden.
Die vollständige Amazon-Ankündigung ist im Seller Central abrufbar.
Fazit: Seller sollten die Änderung frühzeitig in ihre Gebührenanalyse aufnehmen
Die Anpassung der Gebührenlogik ab dem 1. August 2026 betrifft nicht alle Amazon-Bestellungen, kann aber für bestimmte grenzüberschreitende Amazon Business-Verkäufe relevant werden. Entscheidend ist, wie hoch der betroffene Bestellanteil ist und welche Länder, Umsatzsteuersätze und ASINs eine Rolle spielen.
Seller sollten die Zeit bis zur Umstellung nutzen, um ihre aktuelle Gebührenstruktur zu verstehen, potenzielle Auswirkungen zu simulieren und ab August 2026 die tatsächlichen Effekte im Reporting zu prüfen.
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